Die städtebauliche Bedeutung

Eine weitere Abänderung des ursprünglichen Konzepts erwies sich als bedeutend: Freyse verzichtete auf die übliche Ostung der Kirche, um sie mit der Eingangsfront achsial auf die Hauptstraße auszurichten. Schule und Pfarrhaus 9 Kontaktsollten später die Schaufront flankieren und mit dieser einen Vorplatz schaffen. Die Marienkirche wurde so zum Kopfpunkt der Hauptstraße, der zunächst noch als außerhalb der Stadt liegend empfunden wurde: „Die Perspektive von der Stadt aus ist auch die schönste“. Bei der weiteren Ausdehnung Wittens wurde St. Marien zu einem architektonischen, städtebaulichen Zentrum. Ihre quartiersbildende Funktion zeigte sich bis in das erste Viertel des 20. Jahrhunderts. Der um die Kirche entstehende Siedlungsbereich wies vornehmlich katholische Einwohner auf und verfügte neben dem Marienhospital über weitere katholische Einrichtungen.
Indem St. Marien auch auf Fernsicht mit ihrer Hauptfront voll zur Geltung kommt, erfüllte und erfüllt sie ihre monumentale und repräsentative Aufgabe durch den Eingriff Freyses sehr viel effektiver als die ältere bis zum Zweiten Weltkrieg von Wohnhäusern eng umbaute evangelische Johanniskirche, die heute mit ihrer extrem in die Höhe gezogenen Turmhaube aus den 50er Jahren nur eine schwache Konkurrenz für den massigen Wittener Rathausturm darstellt.