Die Ausstattung

Einen ähnlichen Kontrast, wie er zwischen Glasfenstern und Wandgestaltung zu beobachten ist, kann man bei der restaurierten neoromanischen Kanzel, die Christus inmitten der vier Evangelisten zeigt, und dem modernen Chorinventar feststellten. 2.3.10 ausstattung2Altar, Tabernakel, Leuchter und Taufbecken, die von dem Bildhauer Josef Baron aus Hemmerde stammen und 1970 bzw. 1978 aufgestellt wurden, haben eine kristalline, kantig-spitzige Formensprache. Baron stellte auf dem Rand des Taufbrunnens in der östlichen Seitenapsis den „Tod der Ägypter im Roten Meer und die Rettung des Volkes Israel“ dar. Auf dem Brunnendeckel ist die „Taufe Christi“ zu erkennen. Die vier rautenförmigen Medaillons des Osterleuchters tragen Darstellungen der Hauptereignisse der Heilsgeschichte: „Sündenfall“, „Christi Geburt“, „Kreuzigung“ und „Auferstehung“.
2.3.10 ausstattung1Der Tabernakel stellt wie das Mittelfenster der Chorapsis durch die Verwendung quadratischer Formen einen Bezug zum Himmlischen Jerusalem her. Außerdem stellte Baron auf dessen Vorderseite „die Kundschafter aus dem gelobten Land mit der Traube“ und das „Mahl von Emmaus“ dar. Auf der Rückseite sind zwei weitere Szenen mit Bezug zum Abendmahl zu erkennen: „Elija unter dem Ginsterstrauch erhält durch einen Engel Brot zum Überleben“ und „Jesus wäscht seinen Jüngern vor dem Mahl die Füße“.
1995 fanden zwei geschnitzte Holztafeln als einzige Überreste des neuromanischen Hochaltars, der bis in die 50er Jahre seine Aufgabe erfüllte, wieder einen Platz an den Wänden des Querschiffs. Sie zeigen in Gegenüberstellung das alttestamentarische „Passahfest“ und das „Abendmahl“.
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Quellen und Literatur
Pfarrchronik der Wittener Mariengemeinde – Stadtarchiv Witten – Aleweld, Norbert: Der Sakralbau im Kreis Iserlohn vom Klassizismus bis zum Ende des Historismus. Altenaer Beiträge Bd. 18, Altena 1989.-Ders.: Arnold Güldenpfennig. Westfälische Lebensbilder 15 (1990), S.221-242.-Haren, Gerrit: Geschichte der Stadt Witten, Witten 1924. -Katholische Kirchengemeinde St. Marien (Hrsg.): Die St. Marien-Kirche in Witten/Ruhr bearb. v. N. Tentrup, Witten 1983. -Kluge, Dorothea: Kurzinventarisation der Kirchen und Kapellen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts in Westfalen Lippe, Westfalen 53 (1975) , S.223ff. -Krätzig, Holger: Die Marienkirche als Mitte des Katholischen Viertels in Witten. In: Schoppmeyer, Heinrich; Zemter, Wolfgang (Hrsg.): Über 775 Jahre Witten, Witten 1989, S.185-201.-Mann, Albrecht: Die Neuromanik. Eine Rheinische Komponente im Historismus, des 19. Jahrhunderts, Köln 1966. -Trier, Eduard; Weyres, Willy: Kunst des 19. Jahrhunderts im Rheinland, Architektur I, Düsseldorf 1980.

°WESTFÄLISCHE KUNSTSTÄTTEN. Heft 79: St. Marien zu Witten. Herausgeber: Westfälischer Heimatbund, Kaiser-Wilhelm-Ring 3, 48145 Münster, in Verbindung mit dem Westfälischen Amt für Denkmalpflege/Landschaftsverband Westfalen Lippe. Münster 1996.
Herstellung: Gebr. Lensing Verlagsanstalt GmbH & Co., 48143 Münster. ISSN 0930-3952