Die Ausmalung des Innenraumes

Die Ausmalung des Innenraumes nach den Entwürfen Güldenpfennigs konnte aus finanziellen Gründen erst 1907 erfolgen. Hierbei erhielten die Pfeiler und senkrechten Wandvorlagen als Stützen eine Steinimitation. Dagegen wurden die Wandflächen mit Ornamentik überzogen: 2.3.8 ausmalungenSei es mit einem unendlichen Rapport oder mit pflanzlichem Rankwerk. In der Kuppel wurden auf imitiertem Mosaikgoldgrund die zwölf Apostel sitzend dargestellt – gerahmt von einer Dreipassarkade. In der Chorapsis befand sich eine Darstellung des thronenden Christus von zwei knienden Engeln umgeben. Von den Dreiecksfeldern der sechs Vierungsbögen blickten Propheten aus kreisrunden Medaillons herab. Auch in den Zwickeln der Arkaden im Mittelschiff befanden sich Medaillons mit Heiligenbildnissen.
Bereits in den 20er Jahren sollte das Innere völlig neu ausgemalt werden. Das Gewölbe wurde nun mit einem Sternenhimmel versehen und die Wandflächen erhielten einen gleichmäßig hellen Anstrich. Der ausführende Künstler Josef Gietmann platzierte nun die thronende Christusfigur mit Segensgestus in die Kuppel über dem Scheitel des Chorbogens. Neben vier knienden Engeln umstehen ihn die Apostelfiguren. In der Chorapsis hatte die thronende Madonna dessen Platz eingenommen. Außerdem stellte Gietmann in den Zwickeln der Vierungsbögen Engel mit den Marterwerkzeugen Christi dar. Aber nicht nur das Bildprogramm änderte sich: In der Betonung der Konturen und besondere in der Auffassung der Engel wie in der Formensprache insgesamt war der Einfluss des Jugendstils unübersehbar.
Bei der Wiederherstellung der Kirche nach dem Kriege wurde die Kuppel zunächst weiß übertüncht und die Chorapsis – die Chorfenster- waren vermauert – erhielt eine Abendmahldarstellung von der Hand des damaligen Vikars Dr. Pohle.
Bei der heutigen Ausmalung, die die Firma Ochsenfahrt/Paderborn 1982 durchführte, handelt es sich um eine Teilrekonstruktion des Werkes von Gietmann. Das Kuppelgemälde wurde wieder hergestellt. Dagegen orientierte man sich bei der Fassung der plastischen Gliederungselemente an der Ausmalung Güldenpfennigs, ohne diese jedoch im strengen Sinne einzuhalten.