Auswirkungen des Kulturkampfes

Im Verlauf der als „Kulturkampf“ in die Geschichte eingegangenen Auseinandersetzung, die die preußische Regierung 1872-1887 mit der katholischen Kirche führte, kam es in Witten am 7. Februar 1876 dazu, dass den Altkatholiken das Recht zur Mitbenutzung der Marienkirche eingeräumt wurde. Dies kam für die römisch-katholische Gemeinde einer Ausweisung gleich, die sich nun ohne Gotteshaus sah. Innerhalb weniger Wochen wuchs an der Ecke Haupt-/Ardeystraße die zweite Notkirche in der Geschichte der katholischen Gemeinde Wittens: ein dreischiffiger Fachwerkbau mit einem Dachreiter anstelle eines Turmes. Bis zu seiner Fertigstellung im Sommer 1876 diente das katholische Bürgerhaus als Kultraum. Dann wurde der Gottesdienst 15 Jahre lang in der Notkirche gefeiert, bis 1891 die etwa 100 Köpfe zählende altkatholische Gemeinde auf Veranlassung der preußischen Regierung die Marienkirche räumte. Kurz nach der „Heimkehr“ beabsichtigte der Kirchenvorstand einen Neubau – vor allem aufgrund der stark wachsenden Gemeinde.